
Veröffentlichung vorbereitet. Dass im Reichslande ausserdem drei forstlich-meteorologische
Stationen seit 1875 bestehen ist bereits oben erwähnt worden, In den letzten Jahren hat ferner die
Wasserbauverwaltung und die Verwaltung des Meliorationswesens eine grössere Zahl von
Regenstationen eingerichtet, die zum Theil schon vor 1870 unter Aufsicht der ingenieurs des
ponts et chaussees funktionirt haben.
[Sp. 963/964:]
II. Chronologische Tabelle
zur Geschichte der Meteorologie und des Erdmagnetismus in Deutschland.
Mitte des VIII. Jahrhunderts. Der in Bayem das Christenthum predigende Mönch Vergilius
schreibt ein „Decalogium de metheorologicis impressionibus ...“
Ende des VIII. Jahrhunderts
. Im gelehrten Kreise Karls des Grossen werden (von Alcuinus?) die
deutschen Namen für die Winde eingeführt.
Mitte des XIII. Jahrhunderts
. Albrecht von Bollstaedt (Albertus Magnus) schreibt einen
umfassenden Kommentar zu Aristotelis Meteororum libri IV.
Ende des XIII. Jahrhunderts. Vitello [vgl. letzte Berichtigungen] giebt eine halbrichtige Theorie
des Regenbogens, indem er denselben nicht blas durch Reflexion entstehen lässt, wie
seine Vorgänger, sondern noch die Refraktion hinzunimmt [Poggendorff, Geschichte p.
92].
Anfang des XIV. Jahrhunderts (1311 ?). Theodorich erklärt die Entstehung des Regenbogens
genügender, als alle Physiker vor Descartes [1637]; seine werthvolle Arbeit hat keinen
Einfluss auf die Wissenschaft, da sie 5 Jahrhunderte lang in einer Bibliothek verborgen
bleibt. [Poggendorff, Geschichte p. 96].
1480. „Von den vier Winden vnd irer Natur“ (Anonym 1a*).
1488. Lichtenberger veröffentlicht die erste grosse Practica und Prognosticatio, deren Literatur,
von Jahr zu Jahr mehr anschwellend, bis zum Anfange des XVII. Jahrhunderts den
ausschliesslich astrologischen Standpunkt der Meteorologie kennzeichnet.
1497. Erste Beschreibung eines Sturmes (in Pommern) [Anonym 3].
1508. Erscheinen der ersten „Pauren-Practickc“ oder „Wetter Biechlein“ (Anonym
10).
1514. Glogoviensis
. De mutationibus aeris.
1532–1562. Frosch*, Lonicerus, Frytsch und Stanhufius geben Darstellungen der Lehre von den
Meteoren nach den Schriften der Alten, insbesondere des Aristoteles.
1536. G. Hartmann beobachtet die Deklination in Nürnberg.
1544. G. Hartmann giebt die erste Nachricht von der Neigung der Magnetnadel oder
Inklination.
1565. Der Brandenburger Pastor Garcaeus veröffentlicht eine „Meteorologia“, welche schnell
aufeinander mehrere Auflagen erlebt.
1571. J. Fleischer giebt eine halbrichtige Theorie des Hauptregenbogens [Scheibel, J. E. 1 u.
Fischer, Geschichte I p. 207].
1576. Erste Witterungsbeobachtungen aus Dresden.
1587. Calvinus
, Decimator und C. u. W. Meurer geben neue Darstellungen der Meteorologie.
1591. Erste Ausgabe von Colerus
, Calendarium perpetuum, das bis ins XIX. Jahrhundert viele
Auflagen und Neubearbeitungen erlebt hat.
1597. Grösste Zahl (20) der in einem Jahre erschienenen Practica.
1604. Keppler beginnt in Prag regelmässige Beobachtungen des „Gewitters“ (= Wetter), die er
später (1628) in Sagan fortsetzt.
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