
Beobachtungssystem des preussischen meteorologischen Instituts, welcher zunächst nur in der
Uebereinstimmung der Formulare zum Ausdruck kam, der
1) Auf Veranlassung des landw. Vereins im „Schwäbischen Merkur“ vom 22. Juli 1820 a/jointfilesconvert/330930/bgedruckt; vgl. auch
Dittmar’s Aurora p.70.
2) Zu den nächsten Gegenständen der Thätigkeit des Vereins zählt „4) Die Klimatologie des Vaterlandes, durch
Veranstaltung fortgesetzter meteorologischer und anderer regelmässiger Beobachtungen an hierzu geeigneten
Stationsorten und jährliche Berichte von diesen Beobachtungen.
[Sp. 925/926:]
Verein, unter Beibehaltung der Leitung durch Plieninger, durch Königliches Statut vom 5. Juni
1856, § 3 Lit. c zu einem officiellen meteorologischen Institut, in Einordnung desselben bei dem
Königlichen statistisch-topographischen Bureau in Stuttgart, gemacht.
„Hier hat das Institut - berichtet Riecke* 1a p. XIX - seither zwei Reformen erlitten: die erste im
Jahre 1865
1
) gelegentlich des Eintritts in den durch Dove gegründeten Verband deutscher
Beobachtungsstationen, die zweite mit Beginn des laufenden Jahres 1874, theilweise veranlasst
durch die Beschlüsse des auch von Württemberg beschickten internationalen Meteorologen-
Kongresses in Wien. An die Seite Plieninger’s, welcher noch heute zu den Mitgliedern des
Bureau’s zählt und dasselbe in den einschlägigen Fragen mit berathet, ist im Jahr 1865 unser
weiterer Kollege Schoder getreten, um seitdem faktisch das meteorologische Institut zu leiten,
die Stationen zu überwachen und deren Beobachtungsresultate zu verarbeiten.“ [Schoder 1–7. 9–
12.]
Im Jahre 1874 wurde die Stuttgarter Station durch Ausrüstung mit einigen selbstregistrirenden
Instrumenten, die indessen nicht in ununterbrochener Funktion geblieben und deren
Aufzeichnungen, wie es scheint, auch nicht fortlaufend [vgl. Berichte für 1875, 1876/77]
bearbeitet worden sind, zu einer Centralstation gemacht, welche den letzten, die Jahrgänge 1878
und 1879 umfassenden Jahresbericht in den Württemb. Jahrb. 1882 publicirt hat. Im Sommer
1880 richtete Schoder ein Netz von Stationen zur Beobachtung der Gewitter ein, welches dem
seit 1879 in Bayern bestehenden ganz entsprechend organisirt ist und dessen Aufzeichnungen
auch von der bayerischen Centralstation in München mit verarbeitet werden. Die Zahl der im
Jahre 1881 einlaufenden Meldungen über Gewitter und Wetterleuchten betrug 1174, die sich auf
59 Stationen vertheilen.
[Meteorologische Zeitschriften, 1820–25.] Den grossen Verlust, welche die Meteorologie mit
dem Eingehen der Mannheimer Ephemeriden, deren letzter Band die Beobachtungen des Jahres
1792 enthält, erlitten hatte, konnte im ersten Drittel dieses Jahrhunderts Niemand schmerzlicher
empfinden, als H. W. Brandes, der den Weg der synoptischen Witterungsuntersuchungen zuerst
betreten hat. Auf Schritt und Tritt wurde er durch den Mangel an ausführlichen Beobachtungen
bei derartigen Untersuchungen [vgl. Gilb. Ann. LI, 1816 p. 116] gehindert, so dass er ganz von
selbst zu dem Versuche geführt wurde, durch eine mit Muncke zu begründende europäische
meteorologische Zeitschrift das dafür nöthige Material herbeizuschaffen. Der letztere berichtet in
Gehler’s N. Phys. Wörterb., Art. Meteorologie p. 1823 darüber Folgendes:
„Allerdings wird man mit einem etwas niederdrückenden Gefühle über dasjenige erfüllt, was
durch menschliche Kräfte erreichbar ist, wenn man überlegt, dass ungeachtet des allgemeinen
lebhaften Interesses für die Meteorologie und der Wichtigkeit der zu ihr gehörigen Gegenstände
es nicht blos schwierig, sondern vielleicht unmöglich ist, die hierüber herrschenden und oft
geäusserten Wünsche zu befriedigen. Dennoch habe ich mit dem zu früh für die Wissenschaften
verstorbenen Brandes um 1820 nach reiflicher Ueberlegung einen Plan entworfen, wodurch
unter günstigen Umständen dieses vielleicht möglich gewesen wäre, welcher damals wegen der
italienischen und spanischen Wirren aufgehoben wurde, nachher aber anderen Geschäften
weichen musste, und wovon ich die Hauptumrisse hier mitzutheilen kein Bedenken trage, da
derselbe vielleicht künftig einmal in verbesserter Gestalt zur Ausführung kommen könnte. Wir
hatten uns vorgenommen, eine europäische meteorologische Zeitschrift herauszugeben, welcher
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