
nicht vor, dagegen zahlreiche kürzere, namentlich aus Orten auf den Abhängen der Vogesen.
Charakteristisch ist ferner, dass die Mehrzahl der Beobachter
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freiwillige waren. Erst Anfang der sechsziger Jahre wurden vom Observatoire in Paris, welches
zugleich meteorologische Centralstelle für Frankreich war, an einigen ecoles normales
(Schullehrer-Seminaren) meteorologische Stationen eingerichtet, welche später von den
besonderen „Commissions meteorologiques departementales“ überwacht wurden, Dieselben, im
Verein mit den Wasserbau-Ingenieuren, sorgten auch für die Einrichtung zahlreicher
Regenstationen, deren Beobachtungen in dem vom verstorbenen Belgrand begründeten „Bulletin
mensuel meteorologique“ in extenso veröffentlicht wurden, während die Beobachtungen der
übrigen Stationen (zweiter Ordnung) im „Atlas meteorologique de l’observatoire de Paris“ sowie
in den Schriften der französischen meteorologischen Gesellschaft zur Publikation gelangten.
Alles bis zum Jahre 1870 vorhandene Beobachtungsmaterial aus dem Elsass ist von Grad
in
seinen „Essais sur le cIimat de l’Alsace et des Vosges“ verwerthet worden. Die im Kriegsjahre
begonnenen durch die „Commission meteorologique du Haut-Rhin“ (Adolph Hirn
und Gauckler,
„ingenieur des travaux du Rhine“) eingerichteten korrespondirenden Beobachtungen von
Breisach am Rhein bis zum Schlucht-Pass auf den Vogesen erlitten infolge der
Kriegsverhältnisse eine Unterbrechung und sind erst ganz neuerdings wieder aufgenommen
worden [vgl. Kolmar im zweiten Theile].
Ueber das seit der Wiedereinverleibung in Deutschland auf dem Gebiete der meteorologischen
Beobachtungen von Staats wegen Unternommene orientirt folgender Auszug aus der Publikation
Strassburg 2.
„Bis 1870 bestanden im Elsass eine Anzahl meteorologischer Stationen, deren Thätigkeit aber
durch den deutsch-französischen Krieg unterbrochen wurde. Da in öffentlichen Blättern der
Wunsch ausgesprochen wurde, dass die Beobachtungen wieder aufgenommen werden möchten,
so nahm das statistische Bureau des Ober-Praesidiums diese Angelegenheit in die Hand, und
vermittelte auch, dass mehrere Stationen wieder in Thätigkeit traten.
Bei Einrichtungen von Stationen tritt fast stets die Schwierigkeit hervor, an den geeigneten Orten
Personen zu finden, welche zur Uebernahme der Beobachtungen fähig und geneigt sind. Um
diesem Uebelstande möglichst abzuhelfen, wurde die Einrichtung meteorologischer Stationen in
den Bildungsanstalten für Volksschullehrer - den Lehrerseminarien - angeordnet, um die
künftigen Lehrer in der Ausführung und Aufzeichnung meteorologischer Beobachtungen
einzuüben. Wenn auf diese Weise eine ausreichende Anzahl geübter Beobachter gewonnen ist,
können Stationen mit den Schulstellen an geeigneten Orten verbunden, und wird so auch der
weitere Vortheil erreicht werden, dass die Instrumente stets an demselben Orte verbleiben
können und nicht nach der Wohnung des jedesmaligen Beobachters verbracht zu werden
brauchen.
Bis jetzt sind solche Anstalten in den Seminaren zu Strassburg, Oberehnheim, Pfalzburg, Metz,
Schlettstadt sowie in der Präparanden-Anstalt in Lauterburg eingerichtet; in dem Seminar zu
Colmar Wird die Einrichtung in Kurzem erfolgen. [Bis jetzt nicht.]
Für die Beobachter wurde 1874 durch den Herrn Ober-Präsidenten eine Instruction erlassen,
welche folgende Bestimmungen enthält“: [Im Wesentlichen die Vorschriften des internationalen
Meteorologen-Kongresses in Wien, an dem Winnecke als Delegirter des Reichslandes Theil
genommen hatte].
Obwohl die Wahl der dreimal täglichen Beobachtungsstunden freigestellt war, entschied man
sich doch meistens für 7. 1, 9, welche auch in der benachbarten Schweiz seit 1864 eingehalten
werden. Die Publikationen der Beobachtungen, 1878 von 9 und 1881 von 12 Stationen, erfolgt,
bis auf kleine Abweichungen, nach dem internationalen Schema in extenso [Strassburg].
Eine fachwissenschaftliche Leitung des Beobachtungssystems hat bis jetzt nicht Statt gefunden,
die Beobachtungen werden auf dem statistischen Bureau rechnerisch geprüft und zur
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