Engel IB240 Manual do Utilizador Página 644

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derselben zu den in neuerer Zeit versuchten Nachweisungen oder Widerlegungen der Periodicität
gewisser extremer Erscheinungen, wie strenger Winter u. a.
[Wetterchroniken.] Eine stufenweis fortschreitende Entwicklung in der Vollständigkeit und
Genauigkeit der Aufzeichnung von Witterungsphaenomenen ohne Instrumente ist jedoch
deutlich erkennbar. In frühester Zeit, vom VI. Jahrhundert bis spät ins XV. hinein, hat man kaum
den Versuch gemacht, von Tag zu Tag fortlaufend die allgemeine Lage der Witterung zu notiren.
Nur ausserordentIiche, durch ihre Wirkungen, meist zerstörender Natur, ausgezeichnete
Witterungserscheimmgen erregen die Aufmerksamkeit der Gelehrten wie des Publikums und
scheinen den ersteren einer Notiz oder längeren Beschreibung werth. Von dem um die Mitte des
VIII. Jahrhunderts in Bayern das Christenthum predigenden Mönche Vergilius
1
) besitzen wir
zwei später gedruckte Manuskripte „De metheorologicis impressionibus“ und „De prodigiis“,
welche als erster Beweis dafür dienen können. Das Gleiche ersehen wir aus den ältesten, meist
ungedruckten Chroniken, die von Köhler
, K. Pfaff, Vanotti u. A. in ihren bis ins VIII.
Jahrhundert zurückgehenden Zusammenstellungen benützt wurden. In allerfrühester Zeit lässt
sich höchst selten für jedes einzelne Jahr eine auf die Witterung bezügliche Notiz auffinden, eher
schon vom XII. Jahrhundert ab, wo oft etwas Allgemeines oder Zusammenfassendes über den
Witterungscharakter des ganzen Jahres irgend welcher Chronik beigefügt wird.
[Meteorologische Flugblätter.] Nach der Erfindung der Buchdruckerkunst, als in Deutschland
die durch die Reformation besonders begünstigte Flugschriftenliteratur einen so gewaltigen
Umfang erlangte, ging man auch bald daran, von ausserordentlichen Witterungsverhältnissen
oder wunderbaren Erscheinungen am Himmel (Nordlicht, optische Phaenomene) auf gedruckten,
nicht selten mit zweckentsprechenden Abbildungen und Titelvignetten versehenen Flugblättern
dem neugierigen und durch die Ereignisse in Schrecken oder bange Furcht versetzten, höchst
abergläubischen Volke Bericht zu, erstatten. Diese nur wenige Blätter umfassenden Schriftchen,
welche unter Titeln, wie: „Newe zeitung“, „Ein erschreglich newe Zeitung“, „Wunderbärliche
Newe zeitung“, „Gar Wunderbärliche erschreckIiche newe zeytung vnd geschicht“, erschienen
und von „geschichten“, „gesichten“, „wunderzeichen“ und dergl. erzählen, sind als die ersten
literarischen Denkmäler meteorologischer Beobachtungen zu betrachten. Wie von allen
Gattungen von Flugblättern mögen auch von dieser viele gar nicht auf uns gekommen sein, eben
weil sie vom Volke, für das sie bestimmt waren, ganz verbraucht worden sind. Auf Spalte 551 ff.
dieses Werkes findet man gegen achtzig derselben verzeichnet; dass die Sammlung dieser
Literatur auf ganz besondere Schwierigkeiten stösst, brauche ich wohl kaum zu erwähnen.
[Tägliche Wetterbeobachtungen.] Von wem und wann zuerst in Deutschland der Fortschritt zu
täglichen Aufzeichnungen der Witterung gemacht worden ist, dürfte schwer zu sagen sein. Da
solche zur Zeit ihrer Entstehung sowohl, als später nachträglich, durch Drucklegung zu weiterer
Kenntniss selten gelangt sind, müssten behufs Entscheidung der Frage die gewiss noch zahlreich
vorhandenen und in Sammlungen versteckten Manuskripte von allgemeinen und speciell von
Witterungs-Chroniken besser bekannt sein. Archivare werden hierüber zur Zeit besseren
Bescheid als Meteorologen geben können. Jedenfalls stand man, ganz entsprechend der
allgemeinen Lage der Wissenschaft in Deutschland, auch in diesem Punkte den kultivirteren
Mittelmeervölkern,
1) Alle gesperrt gedruckten Namen kommen im ersten Abschnitte des ersten Theiles vor.
[Sp. 877/878:]
insbesondere den Italienern, nach; denn wenn von diesen Christoph Columbus auf seinen
Entdeckungsreisen ein Witterungsjournal, vielleicht das erste überhaupt, schon im Jahre 1492
führte, kann ich aus Deutschland etwas ähnliches erst aus dem Jahre 1576 nachweisen. Es ist
dies ein Witterungs-Tagebuch ans Dresden, welches in der dortigen königlichen Bibliothek
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