
3 28. 28. 0. WNW f. wie n; m. dicker Schnee; a. dauet ein
wenig.
und nach einem schon vollständigeren J. Gottsched zu Königsberg in Preussen im Jahre 1702
[Anonym 123] :
Mondeslicht Januar Winde
Schwere
der Lufft
Hiz und
Kälte d.
Lufft
Nässe u.
Trocken-
heit d. Lufft
Beschaffenheit des Gewitters
1 M. S. W. 29.0. 1.0 0.8. Dicker starker Schnee, hefftiger
Wind
N. W. 29.0. 1.0 0.8. Stillere heitere Lufft
A. S. W. 29.0. 1.0 0.9 Hagel, Schnee, windigt.
Auch zu Berlin fingen derartige meteorologische Beobachtungen im August 1700 und zu
Breslau im Jahre 1710 an.
[Sp. 883/ 884:]
[Ulm, 1710 ff.] Um dieselbeZeit beginnt auch die Ueberzeugung, dass nur durch gleichzeitige
Beobachtungen an mehreren Orten die Witterungslehre gefördert werden könne, immer mehr
sich geltend zu machen.
Sehr präcis spricht dies der Jenenser Professor G. A. Hamberger in einer 1701 gehaltenen
Disputation „De barometris“ aus und veranlasst dadurch, den bereits erwähnten Prediger und
Professor Algöwer in Ulm zur Herausgabe eines ersten „Specimen Meteorologiae Parallelae ...“,
aus dessen Vorrede ich Folgendes entlehne:
„Gegenwärtige Observationes in Druck zu geben, hat mich eine gedoppelte Ursach veranlasset
welche hier anzuführen um so verdienlicher erachte, je mehr ich mich dadurch ausser allen
Verdacht einiger Ehrbegierde, meinen Nahmen durch Schrifften berühmt zu machen, setzen
werde. Es sind nemlich etliche Jahre verflossen, da ein paar Glass-Künstler, der eine ein
Italiäner, der andere von Schafhausen gebürtig [Carlo Lucca Cossa u. Heinrich Schalchen] die
den gelehrten ehedem schon bekandte Barometres und Thermometres hier und anderswo
öffentlich zu Kauff getragen und solche mit einer darzu gedruckten doch ziemlich
unvolkommenen kleinen Anweisung in nicht geringer Quantität distrahirt haben. Waren nun
vorher die Barometra bey uns was seltenes und bey mehr nicht als etwa zweyen oder dreyen
Curiosis anzutreffen, so machte jetzo die Neugierigkeit einen sehr grossen Theil der Leute nach
solcherley Lufft-Machinen lüstrend in der Hoffnung sie würden nunmehr an denselbigen finden,
was sie biss daher an ihren so abergläubischen Calender-Prognosticis vergeblich gesucht hatten,
Indem aber theils sich diser Wetter-Gläser nicht recht zu gebrauchen wussten, theils klagten,
dass die ihrige mit andern nicht übereinstimmen, theils verdriesslich wurden darüber, dass der
Barometer zu weilen gefehlt und entweder auf schön Wetter gedeutet, da es doch neblicht und
wolckigt gewesen, oder auf Regen und veränderlich, wann sich etwa eine heitere Lufft gezeiget
etc., so resolvirte mich, von dieser Materie etliche Bogen zu ediren, um hierdurch den seltsamen
und meist ungegründeten Raisonnements ihrer vielen vorzubeugen. Als ich nun im Begriff war,
einige hierzu dienliche Autores nachzuschlagen und mir unter andern dess hochberühmten
Mathematici und Prof. zu Jena, Herrn G. A. Hambergers An. 1701 gehaltene Disputation zur
Hand kam, fand ich am Ende derselben folgende Anmerkung:
„Wann wir, sagt er, die Doctrin von den Barometres zu einiger Perfection bringen und von allen
sich dabey ereignenden Umständen sicher judiciren wollen, so ist nöthig, dass wir die
Beschaffenheit der Luft nicht nur wie sie bey uns sondern auch an anderen Orthen ist betrachten,
welches geschehen kann, wann die Gelehrte einander hülffreiche Hand bieten und in
unterschiedlichen Provinzen zu gleicher Zeit ja so viel als möglich mit einerley Arth der
Barometres nicht nur dess Quecksilbers Steigen und Fallen sondern auch des Zu- und Abnehmen
der Wärme und Kälte durch Hülffe der Thermometres, so auch den Zustand dess Himmels ob er
Comentários a estes Manuais