
hell, wolckigt, neblicht; regnerisch item, wieviel und wie lang es regne etc, ferner die Winde,
sowohl die, welche in der untern als obern Lufft-Revier, von dieser oder jener Weltecke
herkommen, observiren und fleissig anmercken, Und, solche Observationes, sagt er, habe ich
bisshero fleissig angestellt, werde auch mit solchen zu continuiren nicht ermangeln, um zu
fernerer Excolirung der Lehre von den Wetter-Veränderungen das meinige redlich beyzutragen.
Wann aber hinkünfftig mehr dergleichen Ephemerides observationum an verschiedenen Orthen
gemacht und heraussgegeben werden sollten, die hernach mit andern fleissig zu conferiren
wären, so denn würde erst diese Materie ein rechtes Liecht bekommen und das, was uns etwa
noch dunckel oder in einem und dem andern von der Ordnung abzuweichen scheinet, gantz klar
und deutlich werden.““
[Breslauer Sammlung, 1717–30.] Wenngleich in Algöwer’s Specimen eigentliche
Beobachtungen an Instrumenten nur von Ulm, und von andern Orten blos allgemeine
Witterungsnotizen mitgetheilt werden, so gab das Werk doch mit Anstoss zur Herausgabe der
grossartigen, 38 starke Quartbände umfassenden „Sammlung von Natur- und Medicin-, sowie
auch hiezu gehörigen Kunst- und Literaturgeschichten ...“, welche der Breslauer Arzt Kanold im
Verein mit zweien seiner Kollegen herausgegeben hat.
Der reiche meteorologische Inhalt dieser sogenannten „Breslauer Sammlung“, deren Anlage bei
Kanold ausführlich analysirt ist, zeigt aufs deutlichste, wie rasch am Anfange des XVIII.
Jahrhunderts die Verbreitung der meteorologischen Instrumente vor sich gegangen sein muss;
denn wenn nach Algöwer „Barometra nur bei zweyen oder dreyen Curiosis anzutreffen seyen“,
finden wir in der 1717 beginnenden Sammlung schon von einer grossen Anzahl, auch kleinerer
Orte, vollständige Beobachtungen an Barometern, Thermometern, Hygrometern und
Regenmessern mitgetheilt.
Ueber den Zweck der Veröffentlichung umfassender Witterungsbeobachtungen äussert sich
Kanold in der Einleitung zum ersten „Quartale“ folgendermassen:
„Von der Special-Abhandlung jeder Classe ist dieses zu mercken, dass wir 1) in Meteorologicis
theils von unsrem Bresslau, theils von einigen umliegenden Gegenden, sonderlich aus Haupt-
Plagis, die täglichen Observata eingezogen, um den Unterschied
[Sp. 885/886:]
oder Gleichheit. des Wetters auch in der Nähe, vornemlich nach der Situation der Gegenden,
desto klärer zu erkundigen; gleichwie wir auch die Tempestates in Bresslau von dem gantzen
Tage nach 3 unterschiedenen Absätzen zu annotiren vor bequem erachtet, um auf allen Seiten
eine umständliche Historie, zum Vortheil einer sicheren Theorie, zu evinciren. Diesem haben wir
verschiedene Fragmente von mercklichen Wetter-Veränderungen aus allerhand auswärtigen
Gegenden anzufügen vor nöthig gehalten, nach dem Exempel der Ulmischen Meteorologiae
Parallelae von An. 1711. 1712. und 1713. um wieweit die Gewitter-Historie in allerhand
Ländern, zum wenigsten in ihren Hauptabsätzen mit einander coincidirt, oder von sammen
a/jointfilesconvert/330930/bgehe, kürtzlich zu zeigen: hauptsächlich vor diejenigen, so aus unserer geringfügigen
Collection einige data zu einer Witterungs-Theorie zu sammeln belieben möchten. Zu dem
dritten Artic. haben wir die Witterung nach den Hauptabsätzen in jedem Monat kürtzlich
zusammengefasst, weil doch die wahre Eigenschafften von Feuchte, Trockene, Wärme, Kälte in
den täglichen Anmerckungen einem jedem nicht sobald in die Augen zu fallen pflegen, Wobey
wir uns einer unvorgreiflichen Freyheit bedienet, in einem historisch-theoretischen Versuch eine
Witterung aus der andern, ja die Diversität der Winde selbst herzuleiten, soweit als wir hierzu
von der eigentlichen Beschaffenheit der Sache veranlasset worden: ohne dass wir jemandem
diese Vermuthungen vor unumstösslich aufzudringen, oder dieses latifundium, ohne
Verbesserung bereits vollkömmlich eingesehen zu haben gedencken sollten: als die wir sowohl
durch ferneren Fleiss, als durch gründlichere u. freundschafftliche Information, diese Sache
forthin entweder mehr zu excoliren, oder auch zu verwerfen bereit seyn. Endlich haben wir
quarto loco noch einige Consectaria und Grundsätze vom Wetter beygefügt, die bisherigen
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